Vereinsgeschichte

Nach der Vorarbeit von verschiedenen Usenborner Mitbürgern, darunter Heinz und Sieghart Jüngling, Wilhelm Theiß und Franz Pfrogner wurde am 19. Dezember 1973 die Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn gegründet. Die Gründungsversammlung fand in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ am langen Strich statt. Zum ersten Vorsitzenden wählten die 33 Gründungsmitglieder Heinz Jüngling, Franz Pfrogner wurde sein Stellvertreter, Klaus Reitz Schriftführer und Josef Schwab sen. Vereinsrechner.

 

Dass die Arbeit im Vorstand im Einvernehmen erfolgt, zeigt sich daran, dass seit der Gründung nur drei Vorsitzende -Heinz Jüngling, Manfred Reitz und Heiko Wirth- die Gruppe anführten und immerhin acht Mitglieder -Albert Eschenbrenner, Alfred Franz, Manfred Göb, Thomas Pfrogner, Manfred Reitz, Margit Schulz, Wilhelm Theiß und Dieter Winter- über fünfzehn Jahre im Vorstand mitgearbeitet haben.

 

Schon nach der Gründung entwickelte die Gruppe rege Aktivität. Es zeichnete sich bald eine dreigeteilte Grundstruktur der Arbeit heraus, die die Zeit überdauert hat. Da sind die Pflegearbeiten an den mit den Jahren gekauften oder gepachteten Grundstücken und die Förderung und Erhaltung der Tierwelt, insbesondere der umfangreichen Vogelschar in der Usenborner Gemarkung. Ein wichtiges Feld ist auch die Information der Mitglieder und Freunde des Vereins durch Dia und Filmabende, Wanderungen und Ausflüge. Das dritte Betätigungsfeld betrifft die Feste, ohne die ein Verein finanziell und auch gesellschaftlich und sozial nicht überleben kann.

 

Die Natur- und Vogelschutzgruppe betreut etwa 33.900 qm eigene Flächen, knapp 8.000 qm sind von der Laurentius-Kirchengemeinde gepachtet und etwa 54.000 qm wurden der Gruppe von der Stadt Ortenberg zur Nutzung und Pflege übergeben. Das bedeutet, dass jedes Jahr umpfangreiche Pflegemassnahmen durchgeführt werden müssen, denn nicht alle Flächen können von Landwirten im Auftrag der Gruppe bewirtschaftet und gepflegt werden.

 

Eine besondere Fläche ist das Streuobstgelände am Buchwald, 20.000 qm groß und steil. Um den Streuobstbestand wieder herzustellen, waren umpfangreiche Heckenrodungen erforderlich. Danach wurden bis heute 116 hochstämmige Obstbäume gepflanzt, dazu einige seltene Wildbirnen und Wildäpfel. Die Pflege der Obstbäume ist inzwischen sehr arbeits- und zeitaufwendig.

 

Auch das Vogelschutzgehölz um den aufgelassenen Steinbruch „Mehlkuh“ erfordert einen hohen Arbeitseinsatz für die Pflege, denn die bestehenden Feldwege müssen erhalten werden. Die Herrichtung des Steinbruchgeländes zum Vogelschutzgehölz war die erste große Aufgabe der Gruppe nach der Gründung.

 

1978 legte die Gruppe die rekultivierte Usenborner Müllhalde auf dem Grundrain an. Dabei wurden etwa 600 einheimische Bäume und Sträucher gepflanzt. Auf dem von der Kirche gepachteten Grundstück in der Steinbach wurden ab 1981 drei Amphibienteiche und ein Feldgehölz angelegt und in den Grundäckerwiesen am Brunnenbach ab 1994 zwei Grabentaschen.

Schon von der Gründung her wurde dem Vogelschutz ein besonderes Gewicht gegeben. Im laufe der Jahre wurden 206 künstliche Mehlschwalben- und 15 Rauchschwalbennester aufgehängt und dadurch der Schwalbenbestand im Dorf stabilisiert. An den Mietwohnungen im alten Schulgebäude wurden bei der Renovierung des Daches acht Mauerseglerhöhlen angebracht, um die vorhandene Population zu erhalten.

 

Es wurden daneben Schleiereulenkästen in den beiden Kirchen und am Bleichtalhof angebracht, Steinkauzröhren sowie Waldkauz- und Turmfalkenkästen aufgehängt und eine Steilwand für den Eisvogel an den Teichen in der Steinbach hergerichtet. Daneben betreut die Natur- und Vogelschutzgruppe inzwischen etwa 500 Nistkästen im gesamten Gemarkungsgebiet.

 

Ein Erfolg der Arbeit der Natur- und Vogelschutzgruppe ist, dass immer noch über 130 Vogelarten in und um Usenborn als Brutvogel, Durchzieher, Sommer- oder Wintergast zu sehen und zu hören sind. Darunter sind unter anderem Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Klein- und Mittelspecht, Waldschnepfe, Wendehals, Wiesenpieper, Schaf- und Gebirgsstelze, Braunkehlchen, Rot- und Singdrossel, Stieglitz und Kolkrabe.

 

Seit Bestehen der Gruppe wurden mehrfach Müllsammelaktionen, vornehmlich von der Jugendgruppe, in der Gemarkung vorgenommen. Die Natur- und Vogelschutzgruppe übernahm auch das Aufhängen von Blumenkästen für die Ausschmückung des Usenborner Dorfbildes entlang des Brunnenbaches. Die Ausschmückung des Dorfes mit dem Bau und der Reparatur von Blumenkästen wurde bis Mitte der 1970 Jahre von der Usenborner Volks- bzw. Grund- und Hauptschule im Werkunterricht vorgenommen.

 

Die Tradition der stets interessanten Wanderungen der Natur- und Vogelschutzgruppe begann 1975 mit der ersten Vogelstimmenwanderung, die von Ludwig Repp auch heute noch geleitet wird. Die gehörten Vögel werden von Beginn an aufgelistet. Die vielfältigen Wanderungen zeigten die Insektenwelt Usenborns und die Biotopvielfalt, erklärten die geologischen und geographischen Bedingungen, gaben Einblicke in die interessante Pflanzenwelt und in die Waldökologie und führten in die Welt der Orchideen. Besondere Wanderungen führte und führt Alfred Franz, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf seinen Führungen die Geschichte unserer Heimat zu Fuss und auf dem Fahrrad nahe bringt.

 

Die Feste der Natur- und Vogelschutzgruppe sind inzwischen traditionelle Usenborner Veranstaltungen, insbesondere der Nikolausumzug, der stilecht mit Pferd und Kutsche oder bei Schnee mit Schlitten durchgeführt wird.

 

Seit 1974 veranstaltete die Gruppe ein Maifest, das am 1. Mai im Vogelschutzgehölz und seit der Zehn-Jahr-Feier 1984 auf dem Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus durchgeführt wurde.

 

Von 1984 bis 1987 war eine von Reinhold Jüngling gestaltete Foto-Ausstellung mit alten Bildern von Usenborn im Dorfgemeinschaftshaus zu sehen. Das Maifest wurde ersetzt durch das Maibaumstellen am ersten Maiwochenende.

 

Im Jahr 1979 beteiligte sich die Gruppe erstmals am Ferienprogramm der Stadt Ortenberg. Im Rahmen der Ferienfreizeit übernahm die Natur- und Vogelschutzgruppe immer wieder Veranstaltungen wie Besuche im Zoo, Waldtage und Arbeiten an einem Flachwasserteich in der Kaolinsandgrube Ortenberg. Dazu beteiligte sich die Gruppe auch an den vielen Zeltlagern der Usenborner Vereine in den 1980er Jahren.

 

Im Jahr 1986 erhielt die Gruppe die ehemalige Milchsammelstelle (davor das Backhaus im Mitteldorf) von der Stadt Ortenberg zur Nutzung. Das kleine Gebäude wurde als Werkraum hergerichtet und der Vorplatz neu gestaltet. Auf dem Vorplatz findet der Nikolausumzug seinen Abschluss und dort wird auch der Maibaum aufgestellt.

 

Einen Erfolg verzeichnete die Natur- und Vogelschutzgruppe auch 1989. Auf der Jahreshauptversammlung am 4. März beschlossen die Mitglieder dass eine Resolution gegen die Belästigung der Menschen und der Tierwelt durch den Fluglärm amerikanischer Militärhubschrauber in der Gemarkung Usenborn verfasst werden soll. Die Resolution, verfasst von Alfred Franz, wurde von den Einwohnern Usenborns sehr gut unterstützt und wurde auch aus weiteren vom Flugflärm betroffenen Gemeinden und der Stadt Ortenberg mitgetragen. Die Resolution führte zum Erfolg und die Flugrouten der Hubschrauber wurden geändert.

 

Am 18. April 1990 wurde die Arbeit der Natur- und Vogelschutzgruppe gewürdigt und ihr eine besondere Ehrung zuteil. Aus den Händen der Hessischen Ministerin für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, Irmgard Reichert, erhielt die Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn bei einer Feierstunde im alten Rathaus in Ortenberg eine Auszeichnung für besondere Verdienste um den Naturschutz.

 

Und 2000 wurde einem Mitglied der Natur- und Vogelschutzgruppe eine besondere Ehrung zuteil. Für seine hervorragende Arbeit und sein Engagement für den Natur- und Vogelschutz erhielt der langjährige Vorsitzende der Gruppe, Manfred Reitz, im Kreishaus in Friedberg vom Ersten Kreisbeigeordneten Bertram Huke im Rahmen einer Feierstunde den Umweltschutzpreis des Wetteraukreises verliehen.

 

Der Rückblick in der Geschichte der Natur- und Vogelschutzgruppe weist eine große Bandbreite verschiedener Tätigkeiten auf, die von handfester Arbeit mit dem Spaten oder der Säge über Kartierungs- und Betreuungsarbeiten bis hin zu Schreibtischtätigkeit reichen, wobei die immer geselligen und informativen Wanderungen und Dia- Abende und auch die Ausflüge und Feste nicht vergessen werden sollen.

 

Auch in der Zukunft ist alleine schon durch die zahlreichen Pflegearbeiten genug Arbeit im Natur- und Vogelschutz zu leisten. Es gilt auch den Erhalt der vielfältigen Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die die Usenborner Gemarkung aufweist, zu erhalten. Es sollte ein hohes Anliegen von allen Bürgerinnen und Bürgern sein, auch weiterhin eine lebendige und abwechslungsreiche Landschaft zu haben, die den Reiz Usenborns und auch das Leben und Wohnen an „usem Born” ausmacht.

 

Arbeitseinsätze

 

Seniorenmittwoch

 

Hallo, liebe Aktive des Seniorenmittwochs der Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn!

 

Wir laden ein zum Arbeitseinsatz

am Mittwoch, dem 5.9.2018.

 

Treffpunkt ist an der ehemaligen Milchsammelstelle. Beginn ist um 8.30 Uhr

  

Wir freuen uns auf Euer Kommen.

 

Versicherungsschutz ist bei allen Arbeitseinsätzen von jedem selbst zu tragen!