Herbstwanderung 2017 mit J. Müller und K.-F. Michl

 

Zum Treffpunkt am „Vogelnest“ kamen 20 Interessierte. Dort begrüßte Manfred Reitz die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und besonders die Führer der Wanderung, Karl-Friedrich Michl, Geograph, und Jens Müller, Forstwirtschaftsmeister beim staatlichen Forstamt in Nidda.

 

Erster Anlaufpunkt waren die Bunker auf der Höhe zwischen Usenborn und Lißberg. Dort gab es die Möglichkeit, einen Blick in das Innere eines der beiden Munitionsbunker zu werfen. Hier wurde in den 70er Jahren Munition der US-Armee gelagert, die bei einem Angriff des Ostblocks zur Sprengung der Straßen genutzt werden sollte. Heute befinden sich die Bunker im Besitz des Forstamtes. Ganz in der Nähe der Bunker befindet sich die Grenze zwischen staatlichem und fürstlich-stolbergischem Wald. Jens Müller erläuterte hier den Unterschied zwischen den Zertifikaten PEFC und FSC. So war der staatliche Wald bisher nur PEFC-zertifiziert und ist erst seit kurzem FSC-zertifiziert. Das FSC-Siegel hat weitaus strengere Vorgaben und wird von internationalen Vereinen vergeben. Naturschutzverbände, Gewerkschaften, Waldbesitzer und Fabriken sind dort vertreten, so Müller.

 

Die Wanderung führte weiter zur Haingrundswiese. Im Waldbereich östlich der Haingrundswiese ist im Regionalplan Südhessen eine Windkraftvorrangfläche vorgesehen. Über die Probleme der Windkraftanlagen wurde ausgiebig diskutiert. An der Bingottswiese wurde der von der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" neu gebauten Teich besichtigt und die ökologische Bedeutung von Waldwiesen und Tümpeln im Wald als Trittsteine für Tiere und Pflanzen erläutert. Karl-Friedrich Michl betonte den großen Nutzen solcher Gewässer im Wald, wenn sie an sonnigen Plätzen gebaut werden und nicht nur im Schatten der Bäume liegen. Vor allem Amphibien, ebenso Insekten und in ihrem Gefolge Fledermäuse und Vögel finden hier ihren Lebensraum. Auch für den Schwarzstorch sind solche Teiche als Nahrungsteiche ein wertvoller Lebensraum.

 

Beim Stopp an der Krömelbachhütte war Zeit zu rasten und die mitgebrachte Rucksackverpflegung einzunehmen. Dann ging es in den Gemarkungsbereich „Krombach“ in der Usenborner Gemarkung. Im Bereich Krombach und Krömelbach in der Gemarkung Lißberg lag eine alte Siedlung, die im 15. Jahrhundert verlassen wurde. Um Usenborn gab es mehrere dieser sogenannten Wüstungen, deren damalige Flächen an Usenborn fielen, was auch die große Gemarkung erklärt, erläuterte Michl. Ein Stück weiter beginnt der Markwald. Dieser wurde gegründet als „Entschädigung“ für geleistete Frondienste der Usenborner Einwohner, so Michl. Über Hardtwald und Usenborner Sportplatz ging es dann, begleitet von Erläuterungen von Jens Müller zur Waldwirtschaft, zurück.

 

Zum Abschluss der Wanderung waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, eine schöne und vor allem informative Wanderung erlebt zu haben.

  

Herbstwanderung 2016

Fortsetzung der Herbstwanderung aus dem letzten Jahr fand am 9. Oktober wieder mit Alfred Franz statt. 

 

Die Wanderung unter der Leitung von Alfred Franz führte in den westlichen Teil der Gemarkung Usenborn im Bereich der Gemarkungsgrenzen zu Lißberg und Bergheim. Sie bildete die Fortsetzung der Herbstwanderung des vergangenen Jahres. Natur und Geschichte standen wieder im Mittelpunkt dieser dreieinhalbstündigen und 6,5 Kilometer langen Wanderung.

 

Um 9:00 Uhr hatten sich am Vereinsheim "Vogelnest" 18 Teilnehmer, darunter 2 Kinder, bei angenehmem Herbstwetter eingefunden. Über den "Totenweg" führte die Route zunächst zur linken Nidderstraße, im Volksmund auch Frankfurter Straße genannt. Hier gab es Erläuterungen zur Bedeutung dieser historischen Straße und zu Veränderungen des Landschaftsbildes als Folge von Veränderungen in der Sozialstruktur der Dorfbevölkerung. Franz zeigte der Wandergruppe auch den noch im Wald erkennbaren ehemaligen Verlauf der Straße zwischen Usenborn und Ortenberg sowie die noch erhaltene Furt durch den Krombach. Weiter führte der Weg zu Grenzabschnitten, deren historische Bedeutung auch mittels Anschauungsmaterial erklärt wurde. So erfuhren die Teilnehmer, wie früher Grenzsteine gesetzt wurde.  

 

Die zwei jüngsten Teilnehmerinnen, Lisa Marie und Magdalena, wurden von Alfred Franz zu seinen Assistentinnen erklärt. Sie hatten die Aufgabe, mit Hilfe von Spurenkarten die Grenz-steine am Wegesrand zu suchen und waren mit großem Eifer dabei. An den Grenzsteinen konnte die Gruppe einiges über die Steine und die Geschichte der ehemaligen Grafschaften erfahren. Anhand einer mittelalterlichen Zeichnung wurde verdeutlicht, dass bei den immer wiederkehrenden Grenzbegehungen den Jugendlichen der Grenzverlauf "eingebleut" wurde, indem sie sich über die Grenzstein beugen mussten und mit einem Stock geschlagen wurden. Auf dem Rückweg durch den Markwald wurden dessen Entstehung und Nutzung erläutert.

 

Um 12:30 Uhr kehrte die Gruppe mit neuen Erkenntnissen zur Landschafts- und Dorfgeschichte zum "Vogelnest" zurück, wo sie sich mit einem rustikalen Frühstück stärken konnte.

 

 

Herbstwanderung 2015

Herbstwanderung mit NABU Usenborn

Wanderung der NABU Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn e. V. am 11. Oktober 2015 unter der Leitung von Alfred Franz in den nordwestlichen Gemarkungsteil.

Um 9 Uhr hatten sich bei sehr schönem Wetter 22 Wanderfreunde am Vogelnest eingefunden, um etwas über die Veränderungen des Landschaftsbildes zu erfahren und diese vor Ort wahrzunehmen, denn diese Wanderung stand unter dem Motto „Landschaft verändert sich“. Franz erläuterte zunächst mögliche Ursachen der Veränderung von Landschaften. Neben natürlichen Ursachen ist es besonders der Mensch, der die Landschaft im Verlauf der letzten Jahrtausende gestaltet hat. In den letzten Jahrzehnten hat aber der Mensch als Folge von sozioökonomischen Veränderungen in der Gesellschaft das Gesicht der  Gemarkung erheblich umgestaltet. War es zunächst um das Jahr 1960 die Flurbereinigung, so waren es in den letzten Jahrzehnten die Veränderung der Berufe und Einkommensverhältnisse der ländlichen Bevölkerung sowie die Strukturveränderungen in der Landwirtschaft, welche das Landschaftsbild verändert haben.

Über den Totenweg führte die Wanderung zunächst zum Gipfelkreuz auf dem Scharberg. Die gute Aussicht ermöglichte es, die vielen Veränderungen in Form von Rodungs- und Wiederaufforstungsflächen, natürlichen Sukzessionsflächen, Umgestaltungen des Feldwegenetzes, Ausbreitung von Feldgehölzen und die Umwandlung von Ackerland in Wiesen zu erkennen.

Über die historische linke Nidderstraße, im Volksmund auch Frankfurter Straße genannt, ging es weiter zur Schwedeneiche, einem ehemaligen Schwedenlager während des 30-jährigen Krieges, und zur Wüstung des ehemaligen Dorfes Schönberg. An Oberflächenformen sind noch alte Wegführungen in dieser ehemaligen Siedlungsfläche zu erkennen. Auf dem Weg zu den Bunkern, wo sich die Gruppe mit Kaffee von Inge Reitz aufwärmen konnte, waren einige historische Grenzsteine zu sehen, deren Bedeutung von Alfred Franz erläutert wurde.

Wieder ein Stück der linken Nidderstraße folgend und auf einem Teilstück des Grenzweges zwischen den ehemaligen Grafschaften Stolberg und Hessen ging die Gruppe zur Ochsenweide, wo sie ein verbuschtes Feuchtbiotop passierte und zum ehemaligen Gänsweiher kam, der einst Lebensraum vieler Amphibien war und leider während der Flurbereinigung zugeschoben wurde. Über den Totenweg ging es zurück zum Vogelnest, wo sich die Gruppe zum Abschluss der Wanderung mit Wurst und Getränken stärken konnte.

 

 

Herbstwanderung 2014

Herbstwanderung mit NABU Usenborn

Grenzwanderung am 12.10.2014 mit Alfred Franz in den
nordöstlichen Gemarkungsteil von Usenborn

Der Regen der vergangenen Tage hatte sich gelegt und der Morgen zeigte sich schon wolkenlos. Leider war der Nebel so dicht, als die Gruppe (25 Personen) sich auf den Weg machte, dass die sonst schönen Ausblicke auf das Dorf und das Brunnenbachtal durch die dichten, grauen Nebelfelder verdeckt waren. So begannen auch die sehr interessanten Ausführungen von Alfred Franz mit den Worten „Hier gibt es einen wunderschönen Blick zum Dorf, aber leider sehen wir nichts“ oder „Hier wären die Feldgehölzinseln und die Windschutzstreifen zu sehen, wenn es keinen Nebel gäbe“.

Am Totenweg erfuhren die Teilnehmer, dass die Bewohner aus Schönberg und Gelnhaar ihre Toten in sog. Ausland, also einer anderen Grafschaft beerdigen mussten, auch mussten die Kinder im Ausland zur Schule in Usenborn gehen. Am 1930 erbauten Wasserwerk und den Feldgehölzinseln ging es zum aufgelassenen Steinbruch an der Hohen Linde, ein ehemaliges Naturdenkmal, das durch mehrere Blitzeinschläge beschädigt wurde. Stillgelegte Steinbrüche machen durch ihre besonderen Eigenschaften das Landschaftsmosaik noch vielfältiger und bieten oft bedrohten Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Vor allem finden hier Insekten und Reptilien ein Zuhause. Auf den trockenen Standorten gedeihen nur robuste Pflanzen, die sich als Rohbodensiedler in ihrer Form und Größe dem Untergrund anpassen, so Franz.

Weiter ging  es an der Steinberger  Exklave vorbei  zu der  ehemaligen Grenze zwischen den

Grafschaften Stolberg, Isenburg-Birstein und Hanau-Münzenberg, diese Grenze ist nicht nur ehemalige Hoheitsgrenze, sondern auch Gemarkungsgrenze zwischen Usenborn und Gelnhaar bzw. Usenborn und Wenings, wie die Wanderer erfuhren. Am Köhlerkreuz, einem Gedenkstein, und etlichen Spuren des Köhlerhandwerks und der Waldschmieden vorbei, führte die Wanderung zu einem der besterhaltensten Meilerplätze. Über die Linke Nidderstraße, im Volksmund auch Frankfurter Straße genannt, auf den Höhenrücken links der Nidder verlaufend, ging es weiter zum Hofgut Luisenlust, um 1700 erbaut und ist eine ehemalige Relaisstation an der linken Nidderstraße; die Reisenden vergangener Jahrhunderte konnten im Gasthof übernachten und zudem gab es die Möglichkeit des Gespannwechsels. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts werden Übernachtungen von Reisenden registriert. Der Neuhof ist mit 356,8 m ü.NN. der höchste Punkt in der Usenborner Gemarkung. So langsam löste sich der Nebel auf und die Wandergruppe wurde von den Sonnenstrahlen erwärmt und eine weite Sicht wurde freigegeben. Ein letzter Stopp mit Erläuterungen erfolgte an der Schwedeneiche, eine über 400 Jahre alte Eiche, wo 1638 während des 30-jährigen Krieges Schwedenheere gelagert haben, als diese über beide Nidderstraßen zogen.

Einen gemütlichen Abschluss fand die Wanderung im „Vogelnest“, dem Vereinsheim von NABU Usenborn, mit gegrillten Würstchen und Getränken.

Karte
2014-10-12 Wanderung Beschreibung Karte.
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Herbstwanderung 2011

Herbstwanderung

am 25.09.2011

 

Die Herbstwanderung führte die Teilnehmer übers Betten zum Schwarzenborn, den Wilden Häusern und zur Kaolinsandgrube. Alfred Franz, Manfred Reitz und Karl-Friedrich Michl vermittelten unterwegs den 26 Wanderern viel Wissenswertes.

Arbeitseinsätze

 

Seniorenmittwoch

 

Hallo, liebe Aktive des Seniorenmittwochs der Natur- und Vogelschutzgruppe Usenborn!

 

Wir laden ein zum Arbeitseinsatz

am Mittwoch, dem 2.5.2018.

 

Treffpunkt ist an der ehemaligen Milchsammelstelle. Beginn ist um 9 Uhr

  

Vorbereitungen für das Maibaumstellen stehen an,

 

Wir freuen uns auf Euer Kommen.

 

Versicherungsschutz ist bei allen Arbeitseinsätzen von jedem selbst zu tragen!